Tuesday, June 12, 2012

Es geht weiter!

In den letzten Wochen hab ich mit den Jungs angefangen zu pumpen. Alles was wir dafuer brauchen ist selbst gemacht, wie das in Afrika so ist. ;)


Die letzte Woche bin ich krank geworden und war von Mittwoch bis Freitag nicht in der Schule. Meine Augen haben sich entzuendet, sind rot geworden und geschwollen. Morgens konnte ich sie kaum aufmachen. Ich hab mich wahrscheinlich von den kleinen Jungs angesteckt, die nebenan wohnen, weil sie sind immer zu mir gekommen um Augentropfen zu bekommen. Jetzt bin ich aber wieder gesund....
Am Samstag sind wir mit 2 Fischern auf ihrem Fischerboot auf den See gefahren und auf eine Insel gegangen, die unbewohnt ist. Nur Dschungel, paar Fischer, verschiedene Voegel und Schlangen haben uns erwartet.

Abends haben wir den Fischern dann 4 Victoriabarsche abgekauft und mit allen Leuten aus unserem Haus gegrillt.
Am Sonntag bin ich mit 4 Jungs aus dem Center die anderen Secondaries besuchen gefahren, die fuer 2 Wochen auf einem Sportcamp von der Schule sind. Da werden die besten Basketball-, Fussball- und Volleyballspieler ausgewaehlt, die es dann vlt bis zu einem Turnier nach DarEsSalaam schaffen und dann sogar vlt nach Kenia, oder SuedAfrika fahren, wenn sie ausgewaehlt werden. 
Um sie zu besuchen mussten wir in ein Dorf in die Naehe von Bukoba. Wir sind mit dem Daladala (kleiner Bus) die groesste Strecke und dann per Anhalter auf einem Truck bis zu dem Camp.Sie haben sich auf jeden Fall gefreut, dass wir sie besuchen gekommen sind. Zurueck sind wir dann komplett per Anhalter gefahren und haben uns den Fahrpreis gespart.

Das ist jetzt die letzte Schulwoche und dann haben wir erstmal einen Monat Ferien in der Primary School. Wenns klappt wollen wir vlt nochmal fuer 3-4 Tage nach Rwanda fahren...
Nachdem ich im Center bisschen was ueber Erste Hilfe erzaehlt habe, denken alle ich bin fast ausgebildeter Arzt. Alle Kinder kommen zu mir wenn sie sich verletzt haben. Selbst die Kinder aus der Schule werden von den Lehrern zu mir geschickt. Wenn ich nicht helfen kann, dann fahren sie ins Krankenhaus, oder gehen zu einem Arzt im Dorf.
 Mit meiner Lieblingsklasse (Standard 5) beim Sportunterricht.
Hamburg feat. Kemondo


Liebe Gruesse an Euch alle und bis zum naechsten Mal!

Tuesday, May 22, 2012

Mambo vipi?

Die Kinder in der Schule nennen mich Teacher Pasco, oder einfach nur teacher. Die Kinder im Center nennen mich Kaka (großer Bruder) Pasco.


Ich bin immernoch froh hier zu sein und verbringe viel Zeit mit den Jungs ausm Center. In der letzten Zeit spielen wir viel Basketball, weil unser Fußballplatz in der Regenzeit immer unter Wasser steht. Zum Fußballtraining gehen wir auf den Fußballplatz ein Dorf weiter, weil der besser ist und auch in der Regenzeit schnell wieder trocken ist.
Beim Fussballspielen haben wir einen Ausblick auf den See. Auf der anderen Seite den Blick auf einen Huegel mit hohen Klippen. Weisskopfadler fliegen ueber uns am Himmel.
Mittlerweile hatten wir unser erstes Spiel mit unserem neuen Team. K.C.H. (Kemondo Children’s Home) United, was aus Lehrern von unserer Schule, Jungs aus dem Center und Fundhis (Handwerker und Arbeiter, die im Center arbeiten) besteht. Das Spiel haben wir locker gewonnen mit 3:2. Das andere Team hat 2 unverdiente Elfmeter bekommen und reingemacht. Jetzt in der Regenzeit regnet es fast jeden morgen sinnflutartig, wie man es in Deutschland nicht kennt. Aber die Regenzeit ist bald auch wieder vorbei.
Das Championsleaguefinale verpasst man sogar in Afrika nicht. Wir haben uns das Spiel angeguckt und mit den Jungs gefeiert, weil wir hier viele Chelseafans haben.
Am Wochenende haben wir ein Waisenhaus fuer Babys besucht. Viele Babys werden hier einfach von ihren Eltern ausgesetzt, weil sie sich nicht um sie kuemmern koennen, oder die Eltern sind an AIDS gestorben und sonst gibt es keinen, der fuer sie sorgen kann.



Tuesday, April 10, 2012

Ferien in Kemondo

Die letzte Woche war Ferien für die Kids, d.h. ich musste auch nicht als Lehrer in der Schule arbeiten.  Morgens bin ich dann ab und zu mit paar Jungs laufen gegangen. Wenn ich die Straße lang laufe kommt dann immer ne Horde Kinder, die mit uns laufen und sich freuen einen Weißen zu sehen.
Egal wo man hingeht sind eigentlich immer alle Augen auf einen fokusiert. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Manchmal hört man jemanden Mzungu rufen, was Weißer heißt. Als ich das erste Mal hier mit den Jungs Fußball gespielt hab dachte ich auch, dass mich jemand auf dem Feld Mzungu ruft.  Als die Jungs gemerkt haben, dass ich mich aufrege, weil ich ihn ja auch nicht mit Schwarzer rufe, haben sie mir erklärt, dass er nicht Mzungu ruft, sondern Kazungu, den Namen seines Mitspielers.
Man denkt in Afrika ist man völlig abgeschnitten von der Außenwelt, aber ich kann hier sogar Championsleague gucken. Ich geh dann in eines der Häuser und guck mir die Spiele mit den Kids und dem Vater des Hauses an.
Die Woche bin ich auch mit den Jungs am See angeln gegangen. Leider haben wir nur kleine Fische gefangen. Also bin ich am nächsten Morgen in den Fischerhafen und hab den Fischern da paar Fische für uns zum Essen abgekauft.  Demnächst wollen wir vlt. mit einem der Fischerboote auf den See fahren und richtig angeln.  Beim Angeln und allem anderen was ich hier am See mache muss ich immer aufpassen, dass ich nicht ins Wasser geh. Der See ist mit Bilharziose verseucht und wenn ich reingeh bekomm ich wahrscheinlich kleine Würmer die unter die Haut, ins Blut und sonst wo gehen und krank machen. Das heißt egal wie heiß es ist und wie schön der See ist, ich darf nicht baden gehen, was für mich natürlich eine Qual ist. 

 
Am Samstag sind wir mit den Scouts ausm Center zu einem Wasserfall gelaufen, der ung. 15km weit weg ist. Nach den ersten 2km ung. hat es in Strömen angefangen zu regnen. Wir waren alle klitschnass und es hat fast die ganze Zeit durchgeregnet. Trotzdem sind wir weitergegangen bis wir den Wasserfall erreicht haben. Da haben wir Feuer gemacht und gegessen.
Montag sind wir mit dem ganzen Center auf einen Berg nicht weit entfernt gegangen, von dem aus man eine Aussicht auf den See hat. Dort haben wir BBQ gemacht und gechillt.


Die Ferien sind jetzt leider wieder vorbei und der Alltag hier geht weiter….

Tuesday, March 27, 2012

Leben am Victoriasee


Ich lebe hier in einem Kinderdorf mit ca. 120 Kindern, die in 9 verschiedenen Häusern leben. Wir haben hier unsere eigene Schule zu der auch Kinder von außerhalb kommen und in der ich Lehrer bin und eine Boarding School. Das ist unsere Schule in der ich arbeite...

Die meisten Kids hier sind Aids-Waisen und fast alle hier haben in ihrem kurzen Leben viel erlebt und unglaubliche Geschichten. Das Dorf liegt direkt am Victoria Lake, von meinem Haus aus kann ich den See sehen.

Jeden Dienstag fahren wir ca. 20 min in die Stadt Bukoba, wo wir auf den Markt und in die Läden einkaufen gehen, gut essen  und ich auch ins Internetcafe kann.  Heute ist wieder Dienstag und  einer von den Fsjlern wurde abgezogen. Ich bin dem Dieb dann hinterher gelaufen, hab ihn gepackt und ihm das Geld wieder abgenommen. Auf jeden Fall sollte man dann hier keine große Sache draus machen und Dieb schreien, weil er sonst für ca. umgerechnet 5 Euro an Ort und Stelle von den Leuten verbrannt wird…. Von ueberall sind schon Maenner gekommen, die mitbekommen haben was los war und bestimmt bereit waren sich um ihn zu kuemmern.
Letzten Samstag habe ich meinen 20. Geburtstag hier im Center gefeiert. Den 20ten in Afrika werde ich auf jeden Fall nicht vergessen. Erst mal konnte ich ausschlafen, was hier für mich was besonderes ist. Meine Mitbewohner haben Frühstück für mich gemacht und 20 kleine Geschenke für mich vorbereitet , z.B Energy-Drink, Schokolade usw. Abends kamen dann 17 Jungs, um mit mir meinen Geburtstag zu feiern. Meine WG-Mitbewohner und 2 andere Mädchen ausm Center haben alles vorbereitet, für uns gekocht, Kuchen gebacken…..
 Morgens bin ich hier immer in der Schule. Nachmittags oder Abends kann ich mit den Jungs Fussball spielen und spaeter abends bin ich meistens bei den Kids in den Haeusern und spiele Karten und esse mit ihnen.

Tuesday, March 13, 2012

Die erste Zeit

Ich bin jetzt schon seit fast 7 Wochen in Tansania und die Zeit vergeht hier wie im Flug. Der erste Eintrag kommt erst jetzt, da es hier in Afrika mit dem Internet nicht immer so leicht ist.
In der ersten Zeit hab ich schon so viel erlebt, dass es unmöglich ist alles zu erzählen, aber ich versuch euch mal das wichtigste mitzuteilen.
Meine Reise begann am 21. Januar. Nachdem ich mich von euch verabschiedet hab, bin ich von Frankfurt aus über Äthiopien nach Dar es Salaam, Tansania geflogen. Der Flug war lang aber ganz entspannt. Neben mir saß ein Sansibare mit dem ich mich über Tansania und alles mögliche unterhalten konnte. In Dar es Salaam angekommen blieb nicht viel Zeit zur Erholung. Da man in Afrika nicht lange geschont wird, gings am nächsten Morgen direkt weiter in Richtung Massailand.
Auf halber Strecke haben wir in Moschi, der Stadt am Kilimanjaro, bei Freunden übernachtet. Am nächsten Morgen dann ging die Reise mit dem Auto weiter. Erst noch über, für afrikanische Verhältnisse, normale Straßen, dann über Schotterpisten in der Steppe, bis wir am Abend im tiefsten Busch, am Ende der Welt, angekommen sind. Da grade die Regenzeit vorbei war, konnte man viele Zebras, Giraffen, Strauße, usw. sehen, die bis direkt an unseren Garten gekommen sind.

Eigentlich sollte ich nur für 1 Woche im Massailand bleiben, aber in Afrika können sich Pläne schnell ändern. So wurden daraus über 3 Wochen. In der Zeit waren wir viel handwerklich am arbeiten, z.B. haben wir versucht die Wasserpumpe hier zu reparieren.
Ich hatte aber auch so Zeit mit den Massais zu chillen, die noch wie vor hunderten von Jahren leben, und sie in ihren Burmas zu besuchen. Jeden 2ten Tag hab ich mit denen Fußball gespielt, was aber mehr gebolze ist als Fußball.
Auf jeden Fall ist das Massailand wunderschön und so wie man sich das richtige Afrika vorstellt. Die Sterne sieht man hier, wie wahrscheinlich fast nirgendwo sonst auf der Welt.
Auch waren wir 2 mal jagen und haben auch 2 dicke Gnus, Antilopen oder was auch immer geschossen.

Gegen Ende der Zeit im Massailand hab ich dann zum zweiten Mal in meinem Leben Malaria bekommen. Ich bin seit langem aber wieder topfit. Mit noch nicht auskurierter Malaria ging es dann nach über 3 Wochen zurück in die größte Stadt, Dar es Salaam. Da hatte ich paar Tage Zeit mich auszukurieren und auch mal im Indischen Ozean zu baden, der hier so warm ist wie die Badewanne.
Nach einigen Tagen in Dar es Salaam gings weiter nach Morogoro, wo wir ein Kinderdorf besucht haben. Hier war ich nur ungefähr 5 Tage, in denen ich gearbeitet hab, aber auch Zeit hatte mich mit den Kindern zu beschäftigen.
Danach sollte es mit dem Bus ganz in den Norden, fast an die Grenze zu Uganda, an den Victoriasee, nach Bukoba, gehen. Der Bus hatte erstmal locker 2 Stunden Verspätung, was hier aber ganz normal ist. Auch auf dem Weg hatten wir einige Stopps und mussten mal warten. Zuerst war der Tank leer und es musste einer aufm Motorrad losgeschickt werden, der Benzin holen  sollte. Als ein bisschen nachgefüllt wurde konnten wir weiterfahren. Dann an mindestens 2 Tankstellen vorbei ohne zu tanken, bis der Bus wieder stehen blieb, da man ja nicht besonders weit kommt, wenn nur bisschen nachgefüllt und nicht mehr getankt wird. Also musste wieder jemand losgeschickt werden. Später dann war nochmal was am Bus kaputt, was repariert werden musste. Spät abends kamen wir dann in Kahama an, wo der Bus für die Nacht stehen blieb, weil die Strecke nördlich von Kahama nachts nicht mehr gefahren werden darf, da hier die Busse zu oft überfallen werden, meistens von Somalis, oder Leuten aus Ruanda. Im Bus hab ich noch eine polnische Ärztin kennengelernt, die uns nach polnischer Gastfreundschaft selbstverständlich zu ihrer Kollegin nach Hause eingeladen hat, wo wir Essen und Duschen konnten. Die Nacht haben wir dann im Bus geschlafen. Morgens früh ist der Bus dann weitergefahren bis wir gegen Mittag an unserem Ziel angekommen sind.
Das hier ist der wahrscheinlich schönste Teil Tansanias und hier werde  ich auch die längste Zeit verbringen. Ich lebe hier in einem Kinderdorf direkt am Victoriasee. Alles ist grün und  alle möglichen Früchte wachsen vor meiner Tür. Mit den Jungs bin ich jeden Tag am Fußball spielen und wir verstehen uns übertrieben gut. Ich bin hier in 2 verschiedenen Fußballteams. Einmal spiel ich mit den Jungs in der Liga und ich bin auch im Lehrerteam, da ich mittlerweile Lehrer in unserer Primary School bin. Ich unterrichte Sport und Englisch und mein Alltag ist ganz gechillt. Jeden Dienstag fahr ich nach Bukoba, wo ich ins Inetcafe gehen kann. Ich werde jetzt auf jeden Fall versuchen oefters zu schreiben.