Ich
bin jetzt schon seit fast 7 Wochen in Tansania und die Zeit vergeht hier wie im
Flug. Der erste Eintrag kommt erst jetzt, da es hier in Afrika mit dem Internet
nicht immer so leicht ist.
In
der ersten Zeit hab ich schon so viel erlebt, dass es unmöglich ist alles zu
erzählen, aber ich versuch euch mal das wichtigste mitzuteilen.
Meine
Reise begann am 21. Januar. Nachdem ich mich von euch verabschiedet hab, bin
ich von Frankfurt aus über Äthiopien nach Dar es Salaam, Tansania geflogen. Der
Flug war lang aber ganz entspannt. Neben mir saß ein Sansibare mit dem ich mich
über Tansania und alles mögliche unterhalten konnte. In Dar es Salaam
angekommen blieb nicht viel Zeit zur Erholung. Da man in Afrika nicht lange geschont
wird, gings am nächsten Morgen direkt weiter in Richtung Massailand.
Auf
halber Strecke haben wir in Moschi, der Stadt am Kilimanjaro, bei Freunden
übernachtet. Am nächsten Morgen dann ging die Reise mit dem Auto weiter. Erst
noch über, für afrikanische Verhältnisse, normale Straßen, dann über
Schotterpisten in der Steppe, bis wir am Abend im tiefsten Busch, am Ende der
Welt, angekommen sind. Da grade die Regenzeit vorbei war, konnte man viele
Zebras, Giraffen, Strauße, usw. sehen, die bis direkt an unseren Garten
gekommen sind.
Eigentlich
sollte ich nur für 1 Woche im Massailand bleiben, aber in Afrika können sich
Pläne schnell ändern. So wurden daraus über 3 Wochen. In der Zeit waren wir
viel handwerklich am arbeiten, z.B. haben wir versucht die Wasserpumpe hier zu
reparieren.
Ich
hatte aber auch so Zeit mit den Massais zu chillen, die noch wie vor hunderten
von Jahren leben, und sie in ihren Burmas zu besuchen. Jeden 2ten Tag hab ich
mit denen Fußball gespielt, was aber mehr gebolze ist als Fußball.
Auf
jeden Fall ist das Massailand wunderschön und so wie man sich das richtige
Afrika vorstellt. Die Sterne sieht man hier, wie wahrscheinlich fast nirgendwo
sonst auf der Welt.
Auch
waren wir 2 mal jagen und haben auch 2 dicke Gnus, Antilopen oder was auch
immer geschossen.
Gegen Ende der Zeit im Massailand hab ich dann zum zweiten
Mal in meinem Leben Malaria bekommen. Ich bin seit langem aber wieder topfit.
Mit noch nicht auskurierter Malaria ging es dann nach über 3 Wochen zurück in
die größte Stadt, Dar es Salaam. Da hatte ich paar Tage Zeit mich auszukurieren
und auch mal im Indischen Ozean zu baden, der hier so warm ist wie die
Badewanne.
Nach
einigen Tagen in Dar es Salaam gings weiter nach Morogoro, wo wir ein
Kinderdorf besucht haben. Hier war ich nur ungefähr 5 Tage, in denen ich
gearbeitet hab, aber auch Zeit hatte mich mit den Kindern zu beschäftigen.
Danach
sollte es mit dem Bus ganz in den Norden, fast an die Grenze zu Uganda, an den
Victoriasee, nach Bukoba, gehen. Der Bus hatte erstmal locker 2 Stunden
Verspätung, was hier aber ganz normal ist. Auch auf dem Weg hatten wir einige
Stopps und mussten mal warten. Zuerst war der Tank leer und es musste einer
aufm Motorrad losgeschickt werden, der Benzin holen sollte. Als ein bisschen nachgefüllt wurde
konnten wir weiterfahren. Dann an mindestens 2 Tankstellen vorbei ohne zu
tanken, bis der Bus wieder stehen blieb, da man ja nicht besonders weit kommt,
wenn nur bisschen nachgefüllt und nicht mehr getankt wird. Also musste wieder
jemand losgeschickt werden. Später dann war nochmal was am Bus kaputt, was
repariert werden musste. Spät abends kamen wir dann in Kahama an, wo der Bus
für die Nacht stehen blieb, weil die Strecke nördlich von Kahama nachts nicht
mehr gefahren werden darf, da hier die Busse zu oft überfallen werden, meistens
von Somalis, oder Leuten aus Ruanda. Im Bus hab ich noch eine polnische Ärztin
kennengelernt, die uns nach polnischer Gastfreundschaft selbstverständlich zu
ihrer Kollegin nach Hause eingeladen hat, wo wir Essen und Duschen konnten. Die
Nacht haben wir dann im Bus geschlafen. Morgens früh ist der Bus dann
weitergefahren bis wir gegen Mittag an unserem Ziel angekommen sind.
Das
hier ist der wahrscheinlich schönste Teil Tansanias und hier werde ich auch die längste Zeit verbringen. Ich lebe
hier in einem Kinderdorf direkt am Victoriasee. Alles ist grün und alle möglichen Früchte wachsen vor meiner Tür.
Mit den Jungs bin ich jeden Tag am Fußball spielen und wir verstehen uns
übertrieben gut. Ich bin hier in 2 verschiedenen Fußballteams. Einmal spiel ich
mit den Jungs in der Liga und ich bin auch im Lehrerteam, da ich mittlerweile
Lehrer in unserer Primary School bin. Ich unterrichte Sport und Englisch und
mein Alltag ist ganz gechillt. Jeden Dienstag fahr ich nach Bukoba, wo ich ins Inetcafe gehen kann. Ich werde jetzt auf jeden Fall versuchen oefters zu schreiben.